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Sonntag, 12. März 2017

Closed for maintenance

Mal ein paar Worte, weil anscheinend immer noch Leute glauben, ich stampfe täglich dreimal mit dem Fuß auf und schreie "MIMIMI!!" wegen den Tweets letzten Mittwoch. Weil 140 Zeichen einfach zu wenig sind, egal wie viele davon man aneinander hängt.

Antwort: Nö - die waren nur der allerletzte Tropfen in einem übervollen Fass, dessen Oberflächenspannung bereits kurz vorm Zerbersten war. Fakt ist stattdessen - und es ist mir fürs Erste egal, ob das zuviel TMI ist: Mir geht es absolut nicht gut. Und der Handvoll Leute, die überhaupt gemerkt hat, dass ich aktuell fast überall ein Schloss vorgemacht habe und größtenteils die Klappe halte, erzähle ich hier die Gründe.

Laut einer Person, die ich mittlerweile aussortiert habe, habe ich absolut kein Recht dazu, mich scheiße, traurig, wütend oder depressiv zu fühlen, nur weil ich jetzt mehr verdiene als vorher. "Halt die Fresse und guck auf deinen Kontostand, andere verdienen weniger für noch mehr Stress."

Das. Ist. Vollkommen. Hirnverbrannter. SCHWACHSINN HOCH ZEHN!!




Erstens drücke ich ab jetzt 500€ monatlich an die Rückzahlung meines Studienkredites ab, da auch ich überraschenderweise nicht mit steinreichen Eltern gesegnet bin, und bin unterm Strich absolut nicht wohlhabend. Ich arbeite aktuell größtenteils dafür, um mich wieder "freizukaufen" und nebenbei meine Miete sowie Grundbedürfnisse zu bezahlen.

Zweitens kann man in einigen Fällen den Faktor "Leid" nicht einfach so pauschalisiert vergleichen und ranken. Wer bereits eine gewisse Grundbelastung angesammelt hat und sich nie wirklich erholen konnte, dessen Belastbarkeit nimmt zwangsläufig immer weiter ab. Wer darüber hinaus noch zahlreiche andere Stressfaktoren im Leben hat... nun ja, ihr könnt es euch ab 10% Empathie aufwärts vielleicht denken.

Über mein Gehalt würde ich nie meckern. Stattdessen bedaure ich es, dass ich aktuell teilweise genauso viel Stress habe wie bei meinem alten Arbeitgeber, den ich genau wegen so etwas verlassen habe.
Dass ich körperlich jede Woche mehr abbaue.
Dass ich phasenweise absolut heftige Schlafstörungen habe.
Dass ich jeden Mist im Hinterkopf mit mir herumschleppe und nicht einfach abschalten kann, worunter alle meine Hobbies leiden.
Dass sich die Arbeitswoche zieht wie Kaugummi, wohingegen das Wochenende mit einem Fingerschnipsen um ist, und weswegen ich außer Hausarbeit und platt rumsitzen nie wirklich viel schaffe.
Dass ich mich mehrfach täglich frage: "Soll es das gewesen sein? So geht's jetzt weiter, bis du in Rente gehen kannst?"
Dass ich - weil die Miete im Randgebiet billiger ist - täglich drei Stunden nur im öffentlichen Nahverkehr verbringe.
Dass ich täglich in eine Wohnung zurück komme, in der seit einem Dreivierteljahr unausgepackte Umzugskartons stehen, weil Möbel verdammt teuer sind, man ohne Rücklagen nicht einfach alle auf einmal kaufen kann und andere Dinge erstmal Prio 1 belegten und ebenfalls mühsam angespart werden mussten.
Dass ich ergo keinen Ort habe, an dem ich mich wirklich zu 100% wohl fühle.
Dass ich ehrlich gesagt seit Jahren keinen Ort hatte, an dem ich mich wirklich zu 100% wohl fühle. Dieser hier käme nah ran, wäre er näher am Geschehen dran und würde nicht zur Hälfte aussehen wie ein Lagerraum.
Dass letztes Jahr was passiert ist, was mich immer noch extrem belastet, und mich vermutlich auch nicht so schnell loslässt.
Dass ich Leute im Nacken hatte, die bespaßt werden wollen, weil sie nicht raffen, wie es mir geht - obwohl ich sowas mehrfach offen gesagt habe und man selbst auf Twitter mit einem IQ, der höher als der einer Scheibe Toast ist, gemerkt haben dürfte, dass ich mein Limit erreiche.
Dass Freunde beleidigt waren, wenn ich mich nicht tagtäglich mit ihrem Leben beschäftigt habe, weil ich selbst nicht mal genug Kopf für mein eigenes habe.
Dass andere Freunde sich mies fühlten, weil sie außer ein paar netten Worten nichts für mich tun konnten.
Dass teils gänzlich Unbeteiligte einfach saudumme Sprüche abgelassen haben, wenn es am wenigsten angebracht war.

Die letzten vier Punkte sind in der Vergangenheitsform geschrieben, weil ich mich darum gekümmert habe - auf eine Art, die die ist, die alle Beteiligten verdienen, auch wenn sie nicht die sein mag, die sie brauchen.




Jemand meinte gestern zu mir, ich "sei ein Gewinn für jeden, der mich kennt". Erstens scheinen das einige Leute nicht ganz deckungsgleich zu betrachten, und zweitens würde ich das aktuell auch selbst keineswegs so unterschreiben. Man muss mich schon arg lieben oder ein krasser Masochist sein, um mein unverstelltes Ich zur Zeit total toll zu finden. Ich bin gerade ein sehr, sehr müder und zynischer Mensch, der etwas zu oft seine Laune an seiner Umwelt auslässt, weil er keine Energie mehr hat und der deswegen auch keinen tollen Onlinecontent produzieren kann.

Und der sich deswegen zum Großteil online zurückzieht und aus Eigen- und Fremdschutz Leute wegschubst. Zum Beispiel, indem man bei allen Messengern, bei Skype und bei Facebook nur noch Leute behält, bei denen man sich nicht unwohl fühlt, wenn es um das Ansprechen bestimmter Dinge geht. Leute, die verstehen, wie es einem geht, und/oder genug Energie und konstruktive Empathie haben. Leute, die sich durch einen selbst nicht schlechter fühlen, und durch die man sich auch nicht schlechter fühlt.

Meine aktuellen digitalen Komfortzonen sind Steam, Goodreads und Instagram, einfach weil die auch mit meinen Hobbies verknüpft sind. Auch hier habe ich allerdings dicht gemacht und aussortiert - genau wie auf den üblichen Plattformen. Auf meinem SWtoR-Twitter treibe ich mich ebenfalls noch rum, einfach, weil ich dort nicht die Masse an Replies produzieren kann, wie auf dem Hauptaccount. Vielleicht liegt es an meinem derzeitigen, nahezu nicht existenten Nervenkostüm. Aber ich hatte in letzter Zeit das Gefühl, ich konnte schreiben was ich wollte - irgendwer war immer angepisst oder hat es als Gelegenheit für blöde Sprüche gesehen. Generell scheint der Großteil auch nicht zu raffen, wenn ich mal etwas todernst meine. Weil ich ja sonst auch immer so lustig sarkastisch bin, hihihi.

Ich bin mir ziemlich sicher, ich könnte auf dem Acid-Account auch völlig ernst gemeint twittern, dass ich mir gleich die Birne wegschieße, und es würde Favs und blöde Replies hageln. Ist ja nur Acid, die reagiert doch immer so. Die kann das ab. Morgen sieht die Welt schon wieder anders aus!

So ein Echo möchte ich gerade nicht. Ich brauche eine gewisse Bubble, um "Selfcare" betreiben zu können, während ich weiterhin die ganze andere Scheiße mit mir herumschleppe. Ich möchte mich nicht auch noch auf sozialen Plattformen über Leute ärgern oder aber krampfhaft den Mund halten müssen. Ich will mich zur Entspannung und Ablenkung einloggen, und nicht auch noch dort Schadensbegrenzung betreiben müssen oder aber noch mehr den Glauben an die Menschheit verlieren.

Vielleicht schreibe ich ab und zu mal einen Blogpost.

Vielleicht lasse ich es aber auch, bis es mir wieder besser geht und ich Luft zum Atmen habe.




(Wenn es hierunter oder unter der automatischen Twitterverlinkung gemeine oder einfach nur blöde Sprüche geben sollte, dann verlässt mich übrigens wirklich der allerletzte Glauben an meine Leser und Follower.)

Montag, 27. Februar 2017

Week Recap #06 - Kurz und knapp

Ich | ... hätte nie gedacht, dass ich mit bestimmten Leuten wieder eine echt gute Zeit haben kann, wohingegen mich andere ungemein enttäuscht haben.


Die anderen | Manchmal surft man wohl in zwei komplett gegensätzliche Richtungen und verliert die gemeinsame Wellenlänge. Freundschaften sind häufiger temporär, als man es überromantisiert annimmt.


Gedankenfrikassee | 1. Desinteresse ist auch eine aussagekräftige Kommunikationsform. 2. Ich brauch 'nen Alex. Ich glaube, ich erfinde eine Variation mit Vodka.


Buchzitat der Woche | Mal wieder aus "Will Grayson, Will Grayon". Weil es leider wahr ist.





Reactionbild der Woche | Lasse ich mal kommentarlos und ebenso komprimiert wie den Rest des Posts stehen.



Freitag, 24. Februar 2017

Zitronenlimonade

Gedanken, nachts, im Zug nach Hause | Diese saudämliche Floskel vonwegen - wenn das Leben dir Zitronen gibt, dann mach Limonade draus...!

Man könnte es ja auch mit Portal 2 halten und sagen: Wenn das Leben dir Zitronen gibt, dann verlange danach, den Manager zu sprechen. Sag, du willst die Zitronen nicht. Bitte um, nein, verlange nach einer Retoure! Bring das Leben dazu, die Zitronen zurückzunehmen. Aber auch so läuft das Leben nicht. Nirgendwo ist ein Kassenbon mit dem du einen riesigen Aufriss machen kannst. Nirgendwo ist eine Quittung.

Das Leben ist seine eigene Quittung.

Das Ding ist, es läuft doch eigentlich alles ganz anders ab.
Da kommst du daher und siehst einen schnieken Limonadenstand. Alles ist perfekt, aber der Inhaber ist ein absoluter Vollpfosten. Du fragst dich, wie er je einen Limonaden-Produzier-Abschluss geschafft hat, weil er mental die absolute Nulpe ist.
Du beginnst am Stand herumzulungern. Die Limonade schmeckt dir so gut, und der Stand ist so gemütlich... du fühlst dich wie zu Hause. Da ist diese komische Anziehung.

Und dann, eines Tages, verlässt der Besitzer den Stand ganz kurz, weil Toilettenpause oder was weiß ich was. Du bist gerade da. Der Stand ist alleine. Es kommen andere potentielle Kunden vorbei und wundern sich, warum der schöne Stand alleine ist und niemand daran Limonade produziert. Unmut macht sich breit. Erste Kunden beginnen, interessiert hinter den Tresen zu spähen. Du gönnst den anderen Leuten den Stand nicht, weil du ihn selbst so toll findest, und klammheimlich hast du eh schon immer davon geträumt, ihn selbst zu bedienen.
Du schlenderst zaghaft hinter den Tresen. Du versuchst die Geräte zu benutzen. Erst traust du dich nicht so recht, doch dann läuft irgendwie alles wie von selbst. Es gibt keine technischen Fehler. Alles funktioniert. Du produzierst Limonade. Und herrje, ohne dich selbst loben zu wollen - die Limo schmeckt godlike. Die Kunden sind begeistert, wertschätzen das Ergebnis und bleiben was sie immer schon waren: Beobachter und Konsumenten aus der Ferne. Du passt zu dem Limonadenstand. Du bist eines mit dem Limonadenstand.

Der Vorbesitzer kommt zurück - in Hektik. Er habe seine Schicht vollkommen vergessen. Doch der Limonadenstand gehört nun dir. Du hast alle Rechte. Für andere ist der Zugang gesperrt. Der Limonadenstand funktioniert gar nicht mehr in Harmonie mit dem vorigen Inhaber; dieser hat keinen Zugriff mehr. Sie sind nun einfach inkompatibel. Du fragst dich kurz, ob du ein schlechtes Gewissen haben sollst. Aber dann denkst du - warum? Der Dulli hat sein Eigentum völlig unbeaufsichtigt im Ungewissen gelassen. Hättest du nicht gehandelt, hätten andere gehandelt. Und mit dir ist der Stand doch eh viel besser dran. Du wolltest ihn schon immer haben.

Angebot und Nachfrage,.. aber vor allem verdammt viel Glück, und sehr viel richtiges Timing. Verdammt viel Zufall, auch.

Leben halt.

Vielleicht hat die Floskel doch recht. Man muss nur einen Limonadenstand finden, der einem das optimale Setting bietet, um Limonade zu machen. Ohne großartige Umbauten.

Sonntag, 19. Februar 2017

Week Recap #05 - Living da Jetset Life

Ich | Am Valentinstag war ich in Düsseldorf. Im Hotelbad mit der geilen begehbaren Regendusche gab es einen Knopf, der es in eine Blaulichtdisco verwandelte. Und im Schwan in der Altstadt kann man tolle Burger und Pommes essen sowie ein wundervoll herbes Alt trinken. Das sind die immens wichtigen Fakten, die mir am längsten im Kopf geblieben sind. Als stellvertretendes Bild das Doppelbett aus dem Hotel, das als eines der wenigen Hotelbetten, die ich beglücken durfte, tatsächlich eine bequeme Matratze hatte! Alles in allem fand ich es dort super, aber versuchsweise die Barrechnung für den Vormieter des Zimmers angehängt bekommen ist dann doch etwas nervig. Dennoch eine klare Empfehlung für das schön zentral gelegene Holiday Inn Express. Freies, direkt funktionierendes Wifi kriegt mich sowieso immer. Außerdem ist meine Begleitung mindestens fünf Minuten im Fahrstuhl gefangen gewesen (dank permanentem Rauf-Runter-Prio-Transport für das Personal), was mich immens erheitert hat. Ich bin ein schlechter Mensch.


Weder Schokolade noch Keks auf dem Bett. Bin entrüstet.


Die anderen | Die Woche wurde im Prinzip von Essenseinladungen geprägt, was so ziemlich der direkteste Weg in mein Herz ist. Dinge, die ich konsumiert, aber nicht bezahlt habe: Berliner mit Fruchtgummiherz, Bagel, Apfelschorle mit Fump-Verschluss, extrem viel Bounty, der besagte wunderbare Burger mit Pommes, das besagte Altbier, ein Schokoküchlein mit flüssigem Kern, ein sauleckeres vegetarisches Curry, der weltbeste Apple Crumble. Much love. Ich traue mich dann einfach erstmal nicht auf die Waage. Ansonsten stehe ich ja total auf TMI-Unterhaltungen auf langen Zugfahrten, die furchtbar viele Mitreisende offenden. 5/5 Sternen, gerne wieder! Und irgendein Mitarbeiter der DB denkt übrigens, dass "nebeneinander sitzen" auch zwei Gangplätze in der selben Reihe inkludiert. Breit definiert hat er sicher Recht. Ach.


Gedankenfrikassee | Meine Prioritäten sind sehr gemächlich dabei, sich in meinem Kopf zu ordnen. Allen, die irgendwann wieder auf mehr Videos gehofft hatten, dürfte das angemessen missfallen. Aber Voreinstellungen, Aufnahme, Nachbearbeitung, Thumbnails basteln und Upload sind nicht mehr mit diesen Prioritäten vereinbar, solange ich einen Vollzeitjob ausübe. Mein Fokus verlagert sich aktuell auf Workouts sowie Schreiben und zur Entspannung "privat" zocken ohne schlechtes Gewissen, wenn nicht auch direkt etwas aufnehme. Sorry.


Buchzitat der Woche | Aus "Will Grayson, Will Grayson" von John Green. Ich fühle mich sehr angesprochen.




Reactionbild der Woche | Trifft u.a. auf die Story mit der Frau, die nach zwei Jahren Schwangerschaft eine Ziege ausploppte, zu.



Montag, 13. Februar 2017

Week Recap #04 - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

Ich | Eine Woche Krankschreibung war nahezu Luxusurlaub. Zwar total platt und mit dickem Dröhnschädel, aber so herrlich entspannend. Ab jetzt lebe ich wieder nur fürs Wochenende. Tough luck.


Die anderen | Bemerkenswert viele Leute sind mir letzte Woche auf den Sack gegangen. Mich hat jeglicher sozialer Konformitätsdrang verlassen und ich bin allen direkt ins Gesicht explodiert. Wenn man sich Dinge eine Weile mit anguckt und ständig die selbe Scheiße erlebt, mag man irgendwann nicht mehr. Warum erwarten eigentlich alle, dass man Rücksicht auf ihre Kommunikationsmacken nimmt, und umgekehrt wird nie darüber nachgedacht, was ich eventuell meine und was in meinem Kopf vorgeht? Ursache und Wirkung, Leute. Wer jedes Mal den gleichen Trigger mit vollem Bewusstsein drückt, der darf nicht überrascht sein, wenn es dann auch konsequent knallt.


Gedankenfrikassee | Wenn man sich mehrere Stufen hochgearbeitet hat, ruht man sich nie lange aus, bevor man den Drang nach noch höher und noch weiter hat. Den Everest wird man jedoch nie erklimmen. Leben als ewige Zwischenstation, ewiges "ein bisschen besser ist sicher noch drin". Manchmal wünschte ich, es gäbe einen Treppenlift.


Buchzitat der Woche | "Unf*ck Your Habitat" (Rachel Hoffman) - so much YES. Am Ende eines Tages denke ich oft, ich sei nicht produktiv gewesen - habe aber die ganzen Sachen erfolgreich ignoriert, die nicht lange gebraucht haben. Aber auch die waren oft wichtig. Tja.




Reactionbild der Woche | Für mehr Sheldon'esque Momente, mit denen man einfach so davon kommt!



Montag, 6. Februar 2017

Week Recap #03 - Zwangsurlaub

Ich | Während man so im Bus und in der Bahn und beim Arzt sitzt, kommen einem die lustigsten und klarsten Feststellungen durchs Hirn gescrollt: Inzwischen sind die meisten derart an meine patentierte "Panzer im Blumenbeet"-Subtilität gewöhnt, dass sie es schon gar nicht mehr merken, wenn ich mal echt subtil bin. Nur Leute, die genauso ticken wie ich, erkennen dann die hintergründige Bösartigkeit. Als Konsequenz denken sehr, sehr viele Menschen, ich sei voll die Nette. Ach.


Die anderen | Erstaunlich wie unreif manche Leute sein können, obwohl sie auf dem Papier so viel erwachsener sind als ich. Irgendwas müssen meine Eltern doch richtig gemacht haben!


Gedankenfrikassee | Manchmal wünschte ich, dieses "Altgeräte mitnehmen" gäbe es auch für Menschen. Dauerhaft metaphorische Leichen aus dem Keller entfernen und so.


Buchzitat der Woche | "Klassenkampf" von André Herrmann - ja, schon vor Wochen komplett gelesen, aber ab und zu gehe ich meine Screenies zitatwürdiger Stellen durch und lache dumm. Das hier war einer der Trigger.









Reactionbild der Woche | Weil passend.



Dienstag, 31. Januar 2017

Der "Verpissimus Prime"

"Es ist zum Kotzen, wie ich meine Freizeit in Slots aufteilen müsste, würde ich jede Bezugsperson glücklich machen wollen. Und ich selbst würde immer auf der Strecke bleiben."

Diese Worte habe ich neulich jemandem geschrieben, als er gefragt hat, warum ich seinen Stream nicht schaue, obwohl ich zu Hause bin. Die Frage war nicht böse gemeint, eher semi-scherzhaft. Aber wenn man sowas jeden Tag hört - von verschiedensten Personen, auf verschiedenste Dinge bezogen - dann triggert das öfter mal das Verbalisieren einer komprimierten, deprimierenden Analyse.

Das Ding ist: Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich nonstop vor Handy und Twitch und Skype hängen müsste, um so etwas hier zu vermeiden:


Das ist eine Minicollage (und das Snippet vonwegen "gut laufen" ist übrigens platonisch gemeint, tiefergehende, beziehungstechnische Dinge würde ich hier nie ausbreiten). Die Nachrichten sind von verschiedenen Plattformen, verschiedenen Leuten und alle beziehen sie sich darauf, dass sie mehrere Stunden oder mehrere Tage lang nichts Neues von mir gehört haben.

Weil ich gerade was anderes machte.
Weil ich Slots für mich brauchte.
Weil ich inzwischen einen Fluchtreflex habe, wenn ich mehrere unbeantwortete Nachrichtenanballungen sehe, sobald ich eine App öffne.
Denn antworte ich jeder Person und schließe die App nicht sofort und es kommen - Gott bewahre - direkt neue Nachrichten, dann befinde ich mich in einer endlosen Spirale aus App-Switching und Zurückschreiben und schwupps, sind mehrere Stunden rum. Passiert das abends, kann ich danach quasi direkt ins Bett gehen.
Geiler Feierabend.

Darum mache ich halt abends oft den "Verpissimus Prime". Darum antworte ich nicht zwingend sofort, wenn es nicht super dringend ist. Darum bin ich selektiv, darum schreibe ich nicht parallel mit drölf Menschen.

Und wisst ihr was? Niemand hat irgendein Recht der Welt dazu, mich dafür anzukacken, solange ich trotzdem ab und zu Lebenszeichen von mir gebe. Siehe 2017-Laber-Video: Ich kann frei darüber verfügen, wie ich meine Freizeit verbringe, die ich noch dazu nicht gerade in Massen besitze. Und wenn ich meinen Feierabend mit drei Folgen Dr. House verbringen möchte und nicht mit Schreiben, dann ist das so.

"Aber Acid, du twitterst doch voll oft!"
Ab und zu einen Tweet rauszuhauen frisst weniger Zeit, als eine komplette, nicht enden wollende Unterhaltung zu führen.

"Aber Acid, du warst eben bei Facebook online! Dann hättest du doch wenigstens mal kurz-"
Wenn ich gerade wegen etwas oder jemand anderem da war und mich dazu entschieden habe, deine Nachricht erst später zu beantworten, dann ist das so. Weil sonst die Endlosspirale des Abarbeitens zuschlägt.

"Aber Acid, man kann auch während man was guckt mit jemandem schrei-"
Wenn ich mich lieber voll und ganz auf irgendein Medium meiner Wahl konzentrieren und es genießen möchte, statt nebenbei auf einen weiteren Bildschirm zu schielen, dann ist das so.

"Aber Acid, ich sehe immer bei Steam, wie du nur vor Clicker Games hängst!"
Die laufen nebenbei. Ab und zu mache ich da drei Klicks und dann habe ich wieder eine halbe Ewigkeit Ruhe. Und wer zur Hölle bist du überhaupt, dass ich mich vor dir rechtfertigen sollte, was ich wo wie stattdessen mache, du Dulli?

Und ich bin verdammt dankbar für jede Bezugsperson, jeden Freund, jeden Bekannten, der das rafft und sich stattdessen einfach freut, wenn man dann doch mal gemeinsam Zeit miteinander verbringt. Vielleicht sogar jenseits irgendeines Messengers.

Montag, 30. Januar 2017

Week Recap #02 - Die Bucketlist schrumpft

Ich | Aktuelles Motto: Militante Herzlichkeit. Wenn das nichts nützt: Ehrliche schlechte Laune. Die Bucketlist schrumpft - mein AG schickt mich alle paar Monate durch die Weltgeschichte und mit jedem Mal werde ich meine Bundeswehr-Klamotten-Packtechnik etwas mehr perfektioniert haben. Und ich wollte schon immer mal Futur II auf diesem Blog benutzen.


Die anderen | Hast du etwas, das andere in der Theorie gerne hätten, bist du der Feind. Selbst wenn es praktisch nichts außer Administrativaufwand und Stress bringt und du selbst innerlich beim Gedanken daran zehn Tode stirbst.


Gedankenfrikassee | Schrödingers Freundschaft, die nur hält, solange man den anderen nicht wirklich kennen lernt.


Buchzitat der Woche | "Reasons to Stay Alive" (Matt Haig)




















Reactionbild der Woche | Tony Stark is really tired of your shit.


Montag, 23. Januar 2017

Week Recap #01 - Waffelidiotie

Das ist in etwa so wie "... previously on Dexter: Ganz viele blutige Dinge sind passiert, und jetzt kommt die nächste Folge". Nur weniger blutig... hoffe ich. Und ich habe Bock auf sowas. Daher mache ich es nun!


Ich | Ich mag seit langem mal wieder, was hinter meinen Augen zurück ins Spiegelbild starrt. Das war nicht immer so. Wenn sich jetzt noch das Äußere sukzessive dem Innenleben anpasst, dann würde da sogar noch einiges mehr an Eigensympathie gehen.


Die anderen | Die schier geniale Idiotie des Monats Januar begeistert mich unendlich. Ich habe lapidar einen Satz dahergesagt, jemand anders hat nur minimal weniger lapidar geantwortet und nun ist da stattdessen urplötzlich eine ganze Geschichte. Wenn man öfter Leuten ins Gesicht sagen würde, was man denkt, könnte auch noch öfter Großartiges passieren. (Außer es ist negativ, und es ist euer distanzierter Chef. Dann macht das bitte nicht unbedingt.)


Gedankenfrikassee | Wenn jemand, der Waffeln verabscheut, durch eine Waffel mit unglücklich hohem Momentum getötet wird, dann ist das blanke Ironie. Und meine Metaphern waren auch schon einmal verständlicher für Non-Insider.


Reactionbild der Woche |


Sonntag, 8. Januar 2017

Wie viele Lippenstifte kriegt man in einem Jahr leer?!

(Dieser Post dürfte für die Herren eventuell weniger interessant sein, außer sie möchten einmal einen erschreckenden Einblick ins weibliche Kosmetik-Kaufverhalten bekommen.)

Woran erkennt man, dass man zu viele Lippenprodukte besitzt...?
Indem man morgens immer den gleichen Lippenstift benutzt, irgendwann beim Aufräumen die unterste Malm-Schublade im Schlafzimmer aufmacht und einen Schlag bekommt. Soooo viele Sachen, so viel mehr Auswahl, aber irgendwie greift man halt innerhalb seines morgendlichen 10min-Zeitfensters immer zu dem, was eh schon parat liegt. Ich habe die Misere einmal aus der Kommode entfernt, ausgebreitet und gezählt:


Viel. Zu. Viele. Lippensachen.

- 33 Lippenstifte (+ 3 Miniproben)
- 6 Lipglosse
- 2 Lipliner

Die Lipliner und Glosse sind völlig im Rahmen, zudem sich hier auch keine Farbe wiederholt. Aber welcher Mensch braucht 33 (eigentlich 36) Lippenstifte?! Richtig, niemand. Außer man ist Beautyblogger. Bin ich das? Nein, herrje!

Darum habe ich jetzt in ein hübsches Aufstelldingsi mit zwölf Fächern die alltagstauglichsten Farben gestellt und es präsent im Bad positioniert, damit ich es morgens nicht mehr so leicht ignorieren kann. Und zwei Farben, die eh fast "alle" sind, an meinen typischen Entzombiefizier-Platz (Küchentisch) gelegt - zusammen mit dem anderen Kram, den ich mir ins Gesicht klatsche, damit mich meine menschliche Umwelt als einen der ihren wahrnimmt.


Meine ersten 14 Opfer..

... ja, da sind auch Tester bei. Nein, ich klaue nicht in Drogerien. Ich kenne aber jemanden, der bei Karstadt gearbeitet hat und mir mal ausgemusterte (unbenutzte!!) Tester mitbrachte.

Last but not least der absolute Stolz meiner Sammlung, den ich heute auch schon auf Instagram präsentiert habe:

MAC Wonder Woman Limited Edition

Den habe ich vor drölf Jahren mal für rund 20€ gekauft, vielleicht dreimal benutzt und Gottseidank ist er immer noch in Ordnung. Ich muss mir abgewöhnen, Dinge "aufzusparen", weil sie besonders sind - wenn sie schlecht werden, bringen sie einem auch nichts mehr!

Fazit: Hiermit erweitere ich meine Neujahrsvorsätze also um "Erstmal keine Lippenstifte mehr kaufen" und werde mal schauen, ob man es schafft, innerhalb eines Jahres ein paar Exemplare von den armen, ungeliebten Dingern aufzubrauchen. Tschakka.

Montag, 2. Januar 2017

Go home 2016, you’re drunk. Hi 2017, nimm dir 'nen Keks.

Das hier ist der grobe Text vom Video, was zeitgleich online gegangen ist. Falls jemand mitlesen oder meine engelsgleiche Stimme ignorieren möchte :D


Einleitung | In 2016 sind vor allem eines: verdammt viele Menschen gestorben. Manche weit weg, manche sehr nah dran. Ganz viele Promis, aber auch Leute, die nicht berühmt-berühmt waren, sondern im eigenen Herzen (und dem anderer auch) berühmt. Wichtige Menschen. Ich? Bin immer noch da.

Um ehrlich zu sein habe ich in manchen Momenten an diesem Fakt gezweifelt - manchmal waren es kurze, dumme Momente - abstruse Gedankenfragmente. Manchmal dehnten sich diese Momente aber auch über Wochen hinweg aus. Keine Angst, wie man sieht, geistere ich immer noch durch Social Media. Ergo (über)lebe ich noch. Dies ist keine Nachricht aus dem Jenseits. Ich würde behaupten, dort gibt es eher schlechtes WiFi.

Es gibt eine Handvoll Leute, die meint, ich sei in den letzten Monaten teils viel zu offen gewesen. Einige sind mir entfolgt, andere sind noch da, sagen aber, einige meiner Tweets beispielsweise würden sich „wie die eines jammernden Emo-Teenies lesen“. Vielleicht mochte es unprofessionell sein, vielleicht ließ ich zu viel an mich ran. Der Grund ist jedenfalls: mir ging es den Großteil von 2016 nicht wirklich gut. Entweder hatte (habe) ich eine Baustelle, oder hatte (habe) direkt mehrere auf einmal. Das strengt an. Das zerreibt ein wenig die Struktur vom Nervenkostüm. Und wenn man vergleichsweise wenige Follower hat wie ich, die man teils auch privat kennen gelernt hat, dann verleitet das zum Offensein. Vor allem, wenn man abseits dessen akribisch darauf geachtet hat, dass nirgendwo der volle Klarname in Kombi mit der eigenen Visage steht, und es einem beruflich oder sonstwie zum Verhängnis werden könnte.

Wenn ihr sowas zwischendurch nicht lesen wollt, dann entfolgt mir bitte. Ich bemühe mich aktuell darum, solche Tweets vorher minimal zu überdenken und wenn möglich mit einer Portion Humor oder Sarkasmus zu versehen - teils auch eindeutig übertreibend zu überzeichnen. Das machen genug andere da draußen auch. Ich denke, das ist manchmal in Ordnung. Ich habe mich eine Zeit lang echt bemüht, aber ich kann Twitter einfach nicht als rein öffentliches „Werbe“medium für meinen mäßig erfolgreichen YouTube-Kanal sehen. Da wird immer mal wieder was Privates mit reinfließen. Das bin einfach ich. Und ich befinde mich weißgott nicht auf einem derartigen öffentlichkeitswirksamen Level, dass ich mich um der PR wegen auf eine bestimmte Art verhalten müsste. Ich habe keinen Manager, sondern meinen eigenen moralischen und verhaltenstechnischen Kompass.

Fakt ist jedenfalls: Wenn man jemanden, oder etwas, oder vielleicht auch einen Teil von sich selbst irgendwie vermisst, dann ist Weihnachten eine surreale Zeit. Dann ist das Jahresende eine surreale Zeit. Auch ohne unwirklich wirkende Nachrichten-Headlines. Weil man dann in einer Bubble lebt, in der man sehr mit sich selbst beschäftigt ist, und innerhalb derer man auch gerne zum Worst-Case-Denken neigt.

Selten habe ich mich an Weihnachten derart unweihnachtlich gefühlt; an Silvester derart unsilvesterhaft. Trotz geschmücktem Baum, trotz Kranz, trotz Deko, trotz des typischen Essens. Trotz der super Menschen um mich herum. Ich habe keine Ahnung, was mein Gehirn und mein Herz mir nun zur Jahreswende so in den Kopf funken. Ich weiß nur, dass ich keine Lust mehr habe, mich davon aus meinem eigenen Kopf verdrängen zu lassen. Und dass Leute den Beginn von etwas Neuem gerne benutzen, um auch sich selbst neu zu erfinden, zu verbessern, Dinge anders zu machen. Meist hört das dann am 7.1. oder so wieder auf. Ich möchte länger durchhalten. Und das auch trotz Phasen, in denen es nicht ganz so gut läuft, langfristig weiter durchziehen. Das bin ich einigen Leuten schuldig. Sonst wäre sehr viel Liebe, Zuneigung, Hilfe und Humor zum richtigen Zeitpunkt immens verschwendet gewesen.

... soviel zum Eingangs-Blob an Gedanken, der mir durch den Kopf ging. Ab jetzt geht es schön ordentlich thematisch untergliedert weiter!


Mittelteil I: Persönliche YouTube-Funfacts, für die ich dankbar bin | Seit März gab es keinen Daumen runter auf irgendeinem meiner Videos. Kaum zu glauben bei dem random Kram, den ich manchmal mache. (Vermutlich wird sich das in exakt diesem Moment ändern weil Vorführeffekt, aber wayne.)
Aus irgendeinem Grund habe ich - trotz unregelmäßigem, wenigem Content - immer noch rund 850 Abonnenten und durchschnittliche Views im immerhin zwei- bis dreistelligen Bereich.
Nach wie vor lerne ich durch YouTube und den dazugehörigen Twitteraccount Leute kennen, die mein Leben bereichern. Und auch totale Psychopathen, aber die werden halt geblockt.


Mittelteil II: Was mir an YouTube aktuell Angst macht | Die drölfzigste Challenge.
Leute, die in Chicken Nuggets und Nutella baden.
Leute, die Reactionvideos zu irgendwas hinrotzen und sogar das Thumbnail des Originals zu 90% übernehmen, um schnellen Content zu produzieren.
Leute, die eigene Videos komplett recyclen und einige Monate später nahezu 1:1 erneut hochladen, um schnellen Content zu produzieren.
Das akkurate Abbild der heutigen Gesellschaft, das sich mittlerweile dort findet, seit YouTube keine Randerscheinung für Katzenvideos und Nerds mehr ist.


Mittelteil III: Was ich gelernt habe, was irgendwie sad ist | Wenn du berufstätig bist und deine Bezugspersonen auch (oder mitten in der Endphase des Studiums), dann habt ihr fast nie wieder Zeit füreinander.
Solange du an jede Chatnachricht ein Emoji knallst, denkt jeder, es geht dir gut.
Die Gesellschaft bietet genug Nährboden für den Erfolg von Menschen, die diese Bezeichnung kaum verdienen, da keines ihrer Ziele ansatzweise human ist. Nur der Deckmantel dieser Ziele.


Mittelteil IV: Was ich gelernt habe, was geil ist | Für jeden, der dich runterzieht, gibt es jemanden, der dich den Everest hochträgt.
Man kann einfach aufhören, Zeit in die Leute zu investieren, die dich wie eine Lawine ständig wieder runterreißen. Dann geht es größtenteils aufwärts.
Auf Erwartungen anderer scheißen befreit. Man kann eh nie alle von jedem erfüllen. (Höchstens die der Leute, die dich bezahlen, sollte in der Regel beachtet werden - außer sie decken sich nicht mit deinem inneren Kompass. Dann orientiere dich um.)


Mittelteil V: Facts, die einfach nur random sind | Ich habe mir Stardew Valley gekauft, nur weil man da einen Alex daten kann.
Wenn ich „Flight of the Bumblebee“ fehlerfrei spiele, kriege ich von jemandem eine Pizza.
In meinem Kühlschrank befinden sich aktuell 10 Energydrinks.
Ich bin vor ca. einem halben Jahr umgezogen und in der Wohnung sieht es immer noch aus wie in einer Studentenbude, obwohl ich in meinem mittlerweile zweiten Vollzeitjob arbeite.
Ich kann nur wenig mit der neuen Nine-Inch-Nails-EP anfangen und das bestürzt mich.
Die meisten Charakternamen aus meinen Werken haben nur eine oder zwei Silben.
Alte Leute, die Smartphones und Tablets entdecken, sind cool und süß.


Mittelteil VI: Acids Idiotenradar | Wenn dir jemand sagt, dass er Angst hat, in echt wärst du 300% hässlicher als auf den 100 Bildern, die er bereits von dir kennt - so sehr, dass er davon täglich Albträume hat - dann ist er ein Idiot.
Wenn dir jemand sagt, dass du scheiße bist und sich dann wundert, dass du keine Herzchenaugen bekommst, dann ist er ein Idiot, der provozieren will.
Wenn dir jemand eine reinwürgen will, nur weil du nicht auf den erstbesten plumpen Anmachspruch reagierst, dann ist er - wir erkennen das Muster - ein hochgradig an Realitätsverlust leidender Idiot.
Es ist nicht meine Aufgabe, die Fantasien und Aufmerksamkeitswünsche von jedem Idioten da draußen zu bedienen. Ich darf meine Zeit schenken wem ich will und wie ich es will.
(Wenn jemandem kein Aufwand zu groß ist, um euch lachen zu sehen, dann ist das übrigens kein Idiot, sondern ein toller Mensch, den ihr zu schätzen wissen solltet. Bonuspunkte wenn er keine Albträume davon hat, dass ihr einen Makel haben könntet.)


Mittelteil VII: Vorsätze | Wohnung: restliche Möbel, eigene Waschmaschine (die im Gemeinschaftskeller ist ranzig), alle Kartons entsorgen, in jedem Zimmer MÜCKENGITTER und LAMPEN anbringen.
Fitter werden und im Zuge dessen abnehmen. 08/15-Standardvorsatz, aber deswegen nicht weniger gut oder nötig.
Graduell meine Haare aufhellen, Schneewittchen gefällt mir nicht mehr.
Nicht mehr jeden Tag Kaffee/Energydrinks, stattdessen sukzessive mehr Grüntee.
Mindestens 1x/Woche bloggen.
Mindestens 12 Bücher lesen.
Monetäre Rücklagen bilden.
Wieder mehr Freunde direkt in Hamburg finden. Wegen Rumhängen und Kino und Pubs und ach.


Fazit | Eine neue Jahreszahl muss gar nichts heißen, aber Menschen führen Neuerungen gerne ein bzw. durch, wenn es einen zeitlichen oder zahlentechnischen Aufhänger gibt. Lasst die Menschen, die dies gerne machen und denen das hilft, in Ruhe, auch wenn ihr meint, es ist Schwachsinn. Sie tun niemandem weh.


... den Laber-Post von Ende 2015 findet ihr übrigens hier (clickedy-click).

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Warum Pendeln weg kann.

Büro | "Bock was trinken zu gehen?" - "Jo - wenn, dann heute, ab morgen habe ich Besuch." - "Passt mir super!" - "Prima!"

Bar | Einen "43 Grad" und einen "Hulk" später liebe ich alles, obwohl Inventur ätzend und mein Knie verletzt ist.

Hauptbahnhof | Überpünktliche 10 Minuten vor Abfahrt meiner Regio stehe ich am Gleis und wundere mich, dass die vorige Regio noch dort steht - extrem verspätet. Irgendwann die Meldung zu meinem Zug auf der Infotafel: "10 Minuten Verspätung". Später dann die Durchsage: "LOL dicker PRANK, eigentlich ist die Strecke komplett gesperrt und der Strom auf den Gleisen abgeschaltet wegen betriebsfremder Person. Have fun, good luck!"

Hauptbahnhof, 10 Gleise weiter | Sämtliche S-Bahnen, die zumindest in die richtige Richtung fahren, stehen auch nur doof herum. Ich setze mich dennoch in eine, denn ich bin minimal angeheitert, verwirrt und friere wie Sau. Sehr viele Ewigkeiten später fährt sie los. Hoffnung macht sich breit.

Bahnhof | Am nächsten S-Bahnhof steht der Zug wieder. Drölf unterschiedliche Ansagen verwirren jeden meiner Mitreisenden. Schließlich steigen alle aus, da die Bahn zum Hauptbahnhof zurückfährt. Der Bahnhof erinnert an ein Festivalgelände, nur mit weniger Bier und mehr schlechter Laune.

Immer noch der selbe Bahnhof | Die nächste S-Bahn fährt ein. Zwei verschiedene Ansagen, die jeweils das Gegenteil behaupten. Auf nichts mehr irgendwas gebend setze ich mich hinein; soll sie mich doch zum Hauptbahnhof zurück bringen - da gibt es wenigstens einen McDonald's. Doch oh Wunder, die Bahn fährt in die eigentliche Richtung. Engelschöre singen im Hintergrund "Mad World".

Busbahnhof, bei den Bussen | Drei Bahnhöfe weiter steige ich aus und blicke auf die Uhr. Ich habe zwei Möglichkeiten: Eine Regio, die weiter in meine Richtung fährt, oder ein GENAU JETZT fahrender Bus, der das gleiche tut, aber sechsmal so lange braucht. Ich habe eine 50:50-Chance und setze alles auf den Bus. Ich renne. Mein Knie hasst mich. Der Bus steht noch da, aber ist so voll, dass ich nicht mehr hineinpasse. Wenige Sekunden später fährt er ab und ich japse wie Darth Vader ohne Asthma-Inhalator. Der nächste Bus fährt in 30 Minuten.

Busbahnhof, bei den Bahnen |
Ich habe keinen Bock auf doof rumstehen und humpele zu den Regio-Gleisen. Die Regio von vorhin habe ich nicht verpasst, denn sie ist bisher noch gar nicht aufgetaucht. An der Infotafel werden "30 Minuten Verspätung" angezeigt, die bereits reelle 45 Minuten sind. Das Raum-Zeit-Gefüge der Bahn ist mir regelmäßig ein Rätsel. Ich beschließe, mein doof rumstehen an diesen Ort zu verlagern, falls in der nächsten halben Stunde die Regio auftauchen sollte.

Busbahnhof, bei den Bussen | Die Regio ist nicht aufgetaucht. Da ich zu erfrieren drohe, humpele ich zurück zu den Bussen. Ein Haufen Menschen steht dort und scheint sich auf einen Kampf auf Leben und Tod vorzubereiten, aka das erfolgreiche Betreten des nächsten Busses. Ich stelle mich dazu und hoffe darauf, nicht totgetrampelt zu werden.
Der Bus kommt.
Ich wühle mich durch mehr Glück als Verstand an fünfter Stelle durch die Tür und lasse mich, fertig mit der Welt, in die hinterste Ecke eines Vierers fallen. Ich bin müde, so unendlich müde. Meine Dusche und mein Bett schreien bis hierhin nach mir; ich kann sie hören.
Eine Frau setzt sich neben mich. "Stört's Sie, wenn ich ein Käsebrot esse?", fragt sie mich mampfend.
"Mich stört gerade gar nichts mehr", erwidere ich gefrustet.
"... ich kann Ihnen auch eins abgeben!", lacht die Frau.
Mir wird wieder warm ums Herz.

Dienstag, 25. Oktober 2016

Wie müllig ein Arbeitsvertrag sein kann! - Ein Drama in vier Akten

Ich habe auf Twitter über meinen (noch) aktuellen Arbeitsvertrag gemotzt. Es kam interessierte Resonanz. Hier ist die hilfreiche Resonanz auf die interessierte Resonanz!


Akte I und II

... in welchen der Probezeit-Vertrag lückenlos in den Rest über geht, die rechtliche BGB-Grundlage über Kündigungsfristen in der Probezeit komplett ignoriert wird und auch danach eine komplett bescheuerte Kündigungsfrist vorgeschrieben wird.





FYI - das sagt das BGB:



... und genau darum kündige ich zum 14. - einfach weil ich es kann. :D


Akte III und IV

... in welchen du einfach komplett ausgenutzt wirst.




"Sofort es zwingend erforderlich ist blablablaaaaaaaa." - Auf Deutsch: Die möchten dich gerne so lange da festhalten wie es geht, Aufgrund ultra schwammiger Aussagen.
"Du bist der Arsch vom Dienst und kochst immer neuen Kaffee. Heute darfst du nicht gehen, bevor du nicht 50 Liter Kaffee gekocht hast. Neuer Kaffee ist zwingend erforderlich :)"
"Ich kündige!"
"Geht nicht, darfste noch nicht, remember?"
"Möh!"

Nicht vergütete Zeit für Dienstreisen außerhalb der Arbeitszeit ist der größte Asimüll aller Zeiten. Schon morgens um 6 nach Frankfurt? Und spätabends erst wieder kommen? Pech gehabt, kriegst trotzdem nur 8h Regeltag bezahlt, wie es scheint.
... wobei deren eigene Definition von "Arbeitszeit" ja andererseits 24/7 zu sein scheint... hm :D

Ach ja, und Überstunden werden einfach nicht bezahlt. Dein ganzer Tag ist eh eine einzige lange Überstunde, wozu also noch mitzählen? Höhöhö!

Was halten wir davon? Das hier:




27.10.2016 /// Zusatz:

Jemand war so genervt von diesem Asivertrag, dass er extra noch mal was zu der Überstundenklausel herausgesucht hat!



Hier auch noch mal ein schöner Link zu einem Handelsblattartikel:
http://blog.handelsblatt.com/rechtsboard/2012/09/12/neues-vom-bag-zur-pauschalabgeltung-von-uberstunden/

Das noch mal der Vollständigkeit halber.

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Warum ich mich wiederholt in der Mitarbeitertoilette auszog

Hallo, kleine Flauschemietzen!

Ich komme gleich zum Punkt: Wer in den letzten Monaten halbwegs aufmerksam hier, auf Twitter und auf meinem YouTube-Kanal war, der dürfte wissen - ich hasse meinen aktuellen Job. Da ich aber nicht nur meckern und mich in Selbstmitleid suhlen kann, habe ich mich stoisch weiter beworben.

Teils auch ganz dreist während der Arbeitszeit Job-Mailinglisten durchwühlt.


Aber irgendwie schien mich keiner sonst haben zu wollen. Bachelor-B-Ware.

Ich hatte gerade frisch die Hoffnung zum ca. 40. Mal aufgegeben und wollte mir einen Bleistift mit dem spitzen Ende ins Auge rammen, während ich vor drei Projekten gleichzeitig saß (alle mit der Deadline "gestern"), da klingelte mein Handy! Unbekannte Nummer!! Adrenalin!!! Entweder wollte man mir einen Vertrag für Sky Bundesliga andrehen, oder aber...

Ich eilte ins Treppenhaus meiner Arbeitsstelle (woanders kann man nicht wirklich ungestört telefonieren) und swipte mit zittrigen Fingern nach rechts. Ein Mann nuschelte mir ins Ohr; vielleicht war auch einfach nur der Empfang scheiße.
"Wer ist da?", hakte ich dümmlich nach.
"Herr XYZ von XYZ, sie hatten sich beworben!"
"Oh... stimmt..."



Ich machte mit dem nordisch unterkühlten, aber netten Herren also einen Termin für Mitte nächster Woche aus. Das würde lustig werden - abends nach der Arbeit noch abgehetzt da hin, irgendwie nice aussehen, irgendwo noch Gehirn-Restreserven mobilisieren.

Bequemerweise wurde ich gegen Ende der Woche krank.

Bequemerweise war ich die ganze nächste Woche krankgeschrieben.

Anstrengenderweise schleppte ich mich dennoch in Blazer und Pumps zu dem Gespräch und hoffte, nicht allzu durch zu sein. Der Eingangsbereich des Gebäudes sah aus wie teure Hotellobbies aus Hollywoodfilmen. Ich war in meinen besten Klamotten und fühlte mich underdressed.

Ich wurde in einen Raum geführt, in dem nichts weiter war außer einem Tisch, einem Stuhl, einem Telefon, einem Rechner mit zwei Bildschirmen und einem Glas Wasser. Dezent unvorbereitet auf CIA-artige Einstellungstests brach ich in Schweiß aus und verbrachte die nächsten 45min alleine in dem Raum und löste Aufgaben.




Richtig gelesen. Irgendwie löste ich mit Schwindel, aber immerhin sehr hydriert ALLE FUCKING AUFGABEN. Die letzten paar Minuten verbrachte ich sogar mit ungläubigem Starren auf den Bildschirm!

Danach hatte ich ein entspanntes Gespräch mit meinem neuen Homie, Herrn Nordisch By Nature, und noch einer netten Dame. Ich durfte Kekse essen und mir anhören, dass sie meinen aktuellen Arbeitgeber gar nicht mal so knorke finden. Innerlich starb ich diverse Tode, äußerlich war ich smart und wortgewandt. Fragt mich nicht wie, ich weiß es auch nicht! Ich ging nach Hause und in meinem Kopf zeichnete sich ein Silberstreif der Hoffnung am Hypothalamus-Horizont ab.

Danach passierte erstmal gar nichts.

Dann sollte ich in den Recall.

"Leider" war ich nicht mehr krankgeschrieben, hatte den Termin recht früh und musste deswegen bereits früher gehen (in meinem Büro Todsünde Nummer 1 neben dem Wunsch nach fairem Workload). Ich konnte also nicht einfach in Ruhe, vorbereitet und bereits schick da hinspazieren. Ich konnte aber auch nicht in voller Businessmontur auf der Arbeit erscheinen. Genauso gut hätte ich ein Neonschild mit mir herumtragen können, auf dem stünde "Ich hasse alles hier und bewerbe mich woanders, LOLZ!!"


Was tun...?

In die sehr geräumige Toilette für Leute auf vier Rollen gehen, sich binnen fünf Minuten umziehen und hübsch machen, sich fragen wie man all die Klamotten samt Blazer knitterfrei in die Handtasche gestopft hat, an der Tür lauschen und dann... hetzen was das Zeug hält. Bis nach draußen. Dann schnellen Schrittes zur U-Bahn. Hauptsache außer Gebäudesichtweite!

Danach hatte ich das zweitentspannteste Gespräch auf Erden.
Es gab Kekse UND Celebrations. Ich aß zwei Bounty, einen Keks und krümelte meinen Blazer voll like a lady.

Danach passierte wieder erstmal gar nichts.

Dann sollte ich in den zweiten und letzten Recall. Langsam gingen mir die Ausreden aus.

Repeat circle. Kram in Handtasche stopfen (und sich dabei Hoipoi-Kapseln wünschen), hektisch auf der Toilette umziehen, Eile.

Dieses Mal wurde ich vor einen extrem großen Flachbildfernseher gesetzt - auf dem Tisch neben mir ein Mikro. Auf dem Fernseher sah ich meine angsterfüllte eigene Wenigkeit oben rechts in der Ecke sowie ganz groß und riesig einen leeren Raum.

Ich starrte 10min lang aus dem Fenster, bis in dem Raum auf dem Fernseher plötzlich Leute waren.

Danach erzählte ich zwei Frauen auf Englisch wer ich war, warum ich aus meinem aktuellen Job weg wollte und was genau ich bei denen wollte. Manchmal fielen mir ad hoc Begriffe wie "Jahresabschlussprüfung" nicht ein (annual audit, by the way); dann umschrieb ich sie einfach grundschülerhaft simpel. Aber ich sagte nie nichts.

Und ich glaube, genau darum habe ich demnächst einen neuen Job.



Dienstag, 2. August 2016

Dinge, die immens Spaß machen.

... weißte, da wirste von deiner besorgten Freundin auf den letzten Blogpost angesprochen.
Erzählst ihr also alles en detail, noch mehr als du es eh schon ins Internet gebrochen hast.

Kommst am nächsten Tag dezent mental gegrillt von der Arbeit, so gegen 19:30. Denkst dir so: "Huiii, noch knapp 4,5h Feierabend. Was da los, der Hammer."

Machst die Tür auf, siehst einen Zettel von der Flurdecke hängen, und denkst erstmal: "WER ZUR HÖLLE WAR IN MEINER WOHNU--- oh."

Es war deine Freundin, die den Zweitschlüssel hat, seit sie sich mit diversen Farbeimern und Pinseln an deinen Wänden ausgetobt hat, während du auf Maloche warst. Der Zettel beinhaltet sehr viel süßen Text, eigens illustriert. Es ist von aufheiternden Dinos die Rede und von der Enttäuschung, dass du bereits Wäsche gewaschen hast, sonst hätte sie es getan. Und noch von sehr Vielem mehr.

Du lachst. Du stützt dich mit der rechten Hand auf der Küchentheke ab, den Zettel in der Linken, und lachst einfach nur schallend laut. Denn es ist so verdammt genial!

~

Den Rest bebildere ich mal schlicht. Ich grinse nämlich immer noch total bescheuert.


:(

:)

:'D

Lachs-Tortellini. Selbst gemacht. Liebe.

*__*

Dessert 1, selbst gemacht.

Dessert 2, selbst gekauft.

Grüner Tee fürs Bad.

Sonntag, 31. Juli 2016

Dinge, die keinen Spaß machen.

Aufwachen und denken, man hatte einen Albtraum, und dann merken - das ist der Ist-Zustand.

An fünf Tagen in der Woche den Wecker hören und nichts lieber wollen, als ihn zu ignorieren.

An fünf Tagen in der Woche aus dem Haus gehen und nichts lieber wollen, als mitten auf der Strecke abzubiegen und überall sonst hinzufahren, nur nicht zum eigentlichen Ziel.

An fünf Tagen in der Woche Stunden und Minuten zählen.

An fünf Tagen in der Woche heimkommen und mit leerem und doch viel zu vollem Kopf da sitzen, nicht mehr leistungsbereit.

Die verbleibenden zwei Tage der Woche zeitlich und mental dazu unfähig sein, all das zu tun, was man eigentlich täglich machen möchte, was man eigentlich liebt.

Sich wortwörtlich nicht leisten können, etwas zu verändern.

Nach etwas ganz Bestimmtem suchen, zwischen xyz anderen Anzeigen, es aber nie finden.

Sich fragen, ob es das jetzt gewesen ist.

Sich fragen, ob man je wieder die Kontrolle haben wird.

Kaum noch bunte, glitzernde Farbspritzer im Kopf haben, sondern dauerhaft eine mattgraue Leinwand, deren dicke Farbschichten man jedes Mal neu mit Leuchten übertünchen muss. Zunächst alle paar Tage aufs Neue. Irgendwann dann alle paar Stunden aufs Neue. Bis der Pinsel kaum noch Farbe aufnimmt, weil er so altersschwach ist.

Die verdammte Klappe nicht aufkriegen und sagen, was man eigentlich sagen will.

Jeden Tag etwas weniger wie man selbst sein.

...

Und darum gibt es heute weder etwas Lustiges noch die geschmackliche Umschreibung koffeinhaltiger Flüssigkeiten.

Ich habe zettelweise Notizen zu neuen Sorten, aber ich kann sie gerade nicht gut und humoristisch verschriftlichen. Ich habe tonnenweise Ideen für Videos und Streams, aber ich bin zu platt um sie umzusetzen. Ich habe einen Haufen toller Charaktere im Kopf und auch schon mehrere Kapitel eines Romans hier rumliegen, aber ich bin zu unfokussiert, um weiter zu plotten und zu schreiben.

Das Einzige, was gerade ganz gut klappt, ist Gedanken zur aktuellen Situation in Textfelder erbrechen wie einen riesigen Schwall aus Buchstaben.

Mea culpa.


Gifs lockern echt alles auf, oder?

Sonntag, 29. Mai 2016

Der bereits berühmt-berüchtigte Fragebogen.

... ich überlege tatsächlich, zumindest die erste Checkliste ganz dreist Leuten zu schicken, die mich ein erstes Mal anquatschen und Befreundungsintentionen zeigen :D

Achtung. Das ganze hier ist extrem überzogen dargestellt aufgrund so einiger früherer Erfahrungen. Wem Humor gänzlich fremd ist und wer auch sonst immer ganz vorne mit dabei ist, sich offended zu fühlen, der sollte vielleicht aufhören zu lesen :) Ich bin hier ganz bewusst nicht pc unterwegs. Das heißt aber nicht, dass ich mich über psychische Probleme als Ganzes oder so lustig machen will - ich wurde nur eben schon oft als Spielwiese benutzt, um selbige auszuleben, und habe hier mal all meinen Frust in einen Haufen zynischer Fragen umgewandelt.

Die zweite Checkliste ist übrigens in keinem Fall als Aufforderung, mich wirklich anzugraben, zu verstehen. Muss man ja scheinbar immer wieder dazu sagen als Wesen mit Boobies, ne. Wie schon oft gesagt halte ich mein Liebesleben und meinen Beziehungsstatus von der breiten Öffentlichkeit fern, und hülle mich in Konjunktive. Aber der Vollständigkeit halber musste das auf jeden Fall auch noch hier rein!





Die „Checkliste, ob es sich für mich überhaupt lohnt, mit dir langfristigen Kontakt zu haben“ (TM)


1. Hast du gerade akute Depressionen/Persönlichkeitsstörungen/sonstige psychisch bedenkliche Macken?

a) ja
b) nein
c) diese Frage triggert mich

2. Hattest du in der Vergangenheit Probleme wie oben genannt?

a) ja
b) nein
c) nein (schlecht getarnte Lüge)

3. Wenn ja, hast du sie überwunden?

a) ja
b) nein
c) ich weine mich regelmäßig in den Schlaf

4. Bist du extrem faul?

a) ja
b) nein
c) ich antworte in fünf Minuten, meine Hand ist so schwer

5. Wie sieht es mit deinem Selbstwertgefühl aus?

a) normal
b) ich bin Gott
c) ich lebe all meine Komplexe an dir aus :))

6. Kriegst du bei fremden Menschen den Mund auf?

a) ja
b) n-n-n-ein
c) ich halte erst einmal einen 10min-Monolog über mich

7. Siehst du (emotionale) Erpressung als legitime Methode an, dich durchzusetzen?

a) ja
b) nein
c) ICH BRING MICH UM WENN ICH NICHT BESTEHE!!!

8. Wie lange brauchst du fürs Tippen einer Nachricht mit drei Sätzen?

a) 1min
b) 5min
c) (3h später) fertig \o/

9. Was erhoffst du dir von Kontakt mit mir?

a) Psychotherapie
b) quatschen/zocken
c) Nacktbilder oder Sex, was sonst


Die „Weiterführende Checkliste, ob du überhaupt ein angemessener Partner wärst“ (TM)


1. Wie würdest du dein optisches Niveau beschreiben?

a) Geiler Dude
b) normal
c) mein Genpool ist die Resterampe

2. Wie groß bist du?

a) unter 1,70m
b) über 1,70m
c) 1,85m oder größer

3. Hast du extremes Unter- oder Übergewicht?

a) fass mich an und du brichst mich durch
b) weder noch
c) unter mir stürzt dein Bett ein

4. Arbeitest du einigermaßen an dir oder wärst du bereit, dies zu tun?

a) ja
b) ieeeeh, Sport und nicht täglich Pizza?! 
c) ich bin immer noch zu faul meine Hand zu heben

5. Streit oder aber lebhafte Diskussion. Du...

a) ...RAMPAGE!!!
b) ... klärst es sachlich. 
c) ...hältst die Klappe. *Angst*

6. Sex. Du...

a) ... suchst verzweifelt im Bauchnabel nach erogenen Zonen. *zitter*
b) ... ziehst dein Ding durch, Hauptsache, du hast Spaß.
c) ... weißt einigermaßen was du da tust und achtest auf den anderen.
d) ... bist einfach verdammt gut. UND achtest auf den anderen. (1000 BONUSPUNKTE)

7. Zeit zusammen. Die Idealverteilung...?

a) ... nur Sex, Rest ist mir latte (höhöhö, latte).
b) ... eine gesunde Mischung aus Chillen und Aktivitäten wie Kino, einfach mal rausgehen etc.
c) ... ich lasse dich bestimmen, ich habe weder eigene Ideen noch den Mut was zu sagen.

-

Danke für die Aufmerksamkeit und das kleine bisschen Dampf ablassen! :) Vielleicht konnte der eine oder andere ja sogar lachen.

Dienstag, 29. März 2016

Geistiges Ejakulat eines Teilzeit-Depressiven

Randnotiz: Dieser Text entstand schon etwas früher. Heute war ich ja erstaunlich produktiv, wie man an meinem #Listentweet sehen konnte. Aber - ironischerweise - kam ich erst heute zum Überarbeiten.



Ich habe seit dem Aufwachen höchstens dreimal Gedanken an die heutige To-Do-Liste verschwendet. Das allererste Mal sah ich sie und verschob die Erledigung der irrsinnig vielen und doch trivialen Punkte weiter nach hinten. Ganz bequem ein paar Stunden Leerlauf für... ja für was eigentlich? Mobile Games? Den Akku meines iPads weiter senken? Herumsitzen und mich gammelig fühlen? Vermutlich.

Das zweite Mal strich ich etwas durch statt abzuhaken, ausgerechnet den fröhlichen Punkt 'Baden'. Im Nachhinein macht es Sinn – keine Belohnung fürs Nichtstun. Dennoch... ich war heute bewiesenermaßen so faul, dass ich nicht mal Lust auf ein entspannendes Bad hatte. Wanne vorher kurz ausspülen wäre ja auch zu viel gewesen. (Warning: Heavy sarcasm may be present. Please fasten your seatbelts during our journey towards nothing at all.)

Das dritte Mal schrieb ich einen weiteren Punkt dazu. 'Abwaschen', nachdem ich den Haufen vom Wein verklebter Gläser in einer Ecke meines Zimmers wiederentdeckt hatte. Optimistischerweise, denn ich hatte langsam das Gefühl, in naher Zukunft würde ich die Liste doch nicht mehr in Angriff nehmen.

warum mich dies alles so sehr beschäftigt, dass ich es hier ausbreite? Vielleicht schlicht, um diese Chroniken eines Losers irgendwo zu dokumentieren. (Gibt es ein weibliches Pendant für das Wort? Auch egal.) Vielleicht aber auch deswegen, weil es ziemlich genau mein Leben wiedergibt – vornehmen, etwas zu tun, dann zögern – und auch eines meiner Hauptprobleme vorkommt: An einigen Tagen kann ich mich zu rein gar nichts aufraffen. Nicht nur heute. Ich komme nicht einmal mehr mit dem stetig wachsenden Bücherstapel neben meinem Bett nach. Meistens hocke ich auf meinem – sehr gemütlichen – Schreibtischstuhl und... ja, was eigentlich.

Am Ende eines Tages kann ich oft nicht mit Sicherheit sagen, was ich eigentlich erreicht habe.
Und obwohl ich nahezu 24/7 am PC sitze, schreibe ich kaum.
Früher habe ich nicht nur täglich komplette Bücher am Stück verschlungen, sondern auch an weitaus regelmäßiger meinen eigenen Werken herumgebastelt, zugefügt, editiert, korrigiert. Heute dauert es bereits Stunden, mich um meine Minigames in aller Ausführlichkeit zu kümmern, nebenbei philosophische Unterhaltungen bei Facebook zu führen und Twitter vollzuspammen. Und man wird müde, so elendig müde nur vom Sitzen und Klicken und Tippen und Starren.




Das Web 2.0 ist beängstigend, aber noch beängstigender ist die Abhängigkeit und Lethargie, die bei mir daraus so oft resultiert. Ich könnte dies jetzt selbstironischerweise in 140 Zeichen quetschen und twittern. Aber... nein.

Nein, weil es nicht angehen kann, dass ich passiv auf die F5-Taste hämmere, statt mich in einem toll duftenden, heißen Schaumbad zu entspannen.
Statt ein Buch in die Hand zu nehmen und den Geruch von frisch bedrucktem Papier zu genießen, bevor ich mit dem Lesen des Prologs beginne.
Statt mich um meinen YouTube-Kanal zu kümmern.
Statt die Freunde, die ich in der Online-Liste sehe, tatsächlich live und in Farbe zu sehen.
Und natürlich statt meine gottverdammte, nicht gerade schwere To-Do-Liste wenigstens ansatzweise abzuarbeiten.

Darum werde ich jetzt diesen Blogpost finalisieren und auf 'Veröffentlichen' klicken. Und danach Video-Rohmaterial bearbeiten. Und anschließend Rendervorgang um Rendervorgang anwerfen, und nebenbei in einem Buch blättern. Sonst ist nicht nur Hopfen und Malz, sondern auch der ganze Rest der Bierzutatenliste verloren.

Samstag, 27. Februar 2016

#100happydays Episode 7+8 (Double Feature)

Ja, exakt, ein Double Feature. Letzte Woche Freitag, als ich eigentlich den nächsten Bilderpost raushauen wollte, hatte meine Laune sich ganz sorgsam dem Erdkern angenähert. Daher habe ich beschlossen, jetzt - also eine Woche später - einfach doppelt so viele Bilder in den Post zu knallen! Ich hoffe, niemand meiner Leser hat noch ein 56k-Modem oder vergleichbare Kartoffelgeschwindigkeit, wenn die alle nachladen. Höhö.



43. Habe selten einen so glücklichen Mann gesehen.
Heiraten scheint ab und zu doch okay zu sein.



44. Über Steinplatten hüpfen wie Kinder. Toll.



45. #Handyhüllenproll - so viel neue Auswahl!



46. Das BB-8-Qwertee MUSSTE sein. <333



47. Armtraining mit Namedropping. Lustig.



48. Wenn gerade kein menschliches Schmuseopfer da ist.



49. Fertigsaucen stinken ab gegen 100% selbstgemacht.



50. In Hamburg stehen öfter mal Dampfmaschinen rum.



51. Zu gesund geht nicht immer, 1x/Woche gibt's Mist!
Leckeren, käsigen, fettigen Mist. Muss auch sein.



52. Dumme iPad-Games machen mit Freunden
in Hawaiihemden noch mehr Spaß. *LOL!*



53. Wecker ignorieren, erstmal 1h lesen. Solange
so etwas noch geht. #JohnGreen&Chill



54. Seriöse Schummelpiercings; coole Glow-in-
the-Dark-Flash-Piercings. Gute Mischung.



55. *knüll,knautsch,einschlaf*



56. Mit Hundi dramatische Wolken bestaunen.