Montag, 2. Januar 2017

Go home 2016, you’re drunk. Hi 2017, nimm dir 'nen Keks.

Das hier ist der grobe Text vom Video, was zeitgleich online gegangen ist. Falls jemand mitlesen oder meine engelsgleiche Stimme ignorieren möchte :D


Einleitung | In 2016 sind vor allem eines: verdammt viele Menschen gestorben. Manche weit weg, manche sehr nah dran. Ganz viele Promis, aber auch Leute, die nicht berühmt-berühmt waren, sondern im eigenen Herzen (und dem anderer auch) berühmt. Wichtige Menschen. Ich? Bin immer noch da.

Um ehrlich zu sein habe ich in manchen Momenten an diesem Fakt gezweifelt - manchmal waren es kurze, dumme Momente - abstruse Gedankenfragmente. Manchmal dehnten sich diese Momente aber auch über Wochen hinweg aus. Keine Angst, wie man sieht, geistere ich immer noch durch Social Media. Ergo (über)lebe ich noch. Dies ist keine Nachricht aus dem Jenseits. Ich würde behaupten, dort gibt es eher schlechtes WiFi.

Es gibt eine Handvoll Leute, die meint, ich sei in den letzten Monaten teils viel zu offen gewesen. Einige sind mir entfolgt, andere sind noch da, sagen aber, einige meiner Tweets beispielsweise würden sich „wie die eines jammernden Emo-Teenies lesen“. Vielleicht mochte es unprofessionell sein, vielleicht ließ ich zu viel an mich ran. Der Grund ist jedenfalls: mir ging es den Großteil von 2016 nicht wirklich gut. Entweder hatte (habe) ich eine Baustelle, oder hatte (habe) direkt mehrere auf einmal. Das strengt an. Das zerreibt ein wenig die Struktur vom Nervenkostüm. Und wenn man vergleichsweise wenige Follower hat wie ich, die man teils auch privat kennen gelernt hat, dann verleitet das zum Offensein. Vor allem, wenn man abseits dessen akribisch darauf geachtet hat, dass nirgendwo der volle Klarname in Kombi mit der eigenen Visage steht, und es einem beruflich oder sonstwie zum Verhängnis werden könnte.

Wenn ihr sowas zwischendurch nicht lesen wollt, dann entfolgt mir bitte. Ich bemühe mich aktuell darum, solche Tweets vorher minimal zu überdenken und wenn möglich mit einer Portion Humor oder Sarkasmus zu versehen - teils auch eindeutig übertreibend zu überzeichnen. Das machen genug andere da draußen auch. Ich denke, das ist manchmal in Ordnung. Ich habe mich eine Zeit lang echt bemüht, aber ich kann Twitter einfach nicht als rein öffentliches „Werbe“medium für meinen mäßig erfolgreichen YouTube-Kanal sehen. Da wird immer mal wieder was Privates mit reinfließen. Das bin einfach ich. Und ich befinde mich weißgott nicht auf einem derartigen öffentlichkeitswirksamen Level, dass ich mich um der PR wegen auf eine bestimmte Art verhalten müsste. Ich habe keinen Manager, sondern meinen eigenen moralischen und verhaltenstechnischen Kompass.

Fakt ist jedenfalls: Wenn man jemanden, oder etwas, oder vielleicht auch einen Teil von sich selbst irgendwie vermisst, dann ist Weihnachten eine surreale Zeit. Dann ist das Jahresende eine surreale Zeit. Auch ohne unwirklich wirkende Nachrichten-Headlines. Weil man dann in einer Bubble lebt, in der man sehr mit sich selbst beschäftigt ist, und innerhalb derer man auch gerne zum Worst-Case-Denken neigt.

Selten habe ich mich an Weihnachten derart unweihnachtlich gefühlt; an Silvester derart unsilvesterhaft. Trotz geschmücktem Baum, trotz Kranz, trotz Deko, trotz des typischen Essens. Trotz der super Menschen um mich herum. Ich habe keine Ahnung, was mein Gehirn und mein Herz mir nun zur Jahreswende so in den Kopf funken. Ich weiß nur, dass ich keine Lust mehr habe, mich davon aus meinem eigenen Kopf verdrängen zu lassen. Und dass Leute den Beginn von etwas Neuem gerne benutzen, um auch sich selbst neu zu erfinden, zu verbessern, Dinge anders zu machen. Meist hört das dann am 7.1. oder so wieder auf. Ich möchte länger durchhalten. Und das auch trotz Phasen, in denen es nicht ganz so gut läuft, langfristig weiter durchziehen. Das bin ich einigen Leuten schuldig. Sonst wäre sehr viel Liebe, Zuneigung, Hilfe und Humor zum richtigen Zeitpunkt immens verschwendet gewesen.

... soviel zum Eingangs-Blob an Gedanken, der mir durch den Kopf ging. Ab jetzt geht es schön ordentlich thematisch untergliedert weiter!


Mittelteil I: Persönliche YouTube-Funfacts, für die ich dankbar bin | Seit März gab es keinen Daumen runter auf irgendeinem meiner Videos. Kaum zu glauben bei dem random Kram, den ich manchmal mache. (Vermutlich wird sich das in exakt diesem Moment ändern weil Vorführeffekt, aber wayne.)
Aus irgendeinem Grund habe ich - trotz unregelmäßigem, wenigem Content - immer noch rund 850 Abonnenten und durchschnittliche Views im immerhin zwei- bis dreistelligen Bereich.
Nach wie vor lerne ich durch YouTube und den dazugehörigen Twitteraccount Leute kennen, die mein Leben bereichern. Und auch totale Psychopathen, aber die werden halt geblockt.


Mittelteil II: Was mir an YouTube aktuell Angst macht | Die drölfzigste Challenge.
Leute, die in Chicken Nuggets und Nutella baden.
Leute, die Reactionvideos zu irgendwas hinrotzen und sogar das Thumbnail des Originals zu 90% übernehmen, um schnellen Content zu produzieren.
Leute, die eigene Videos komplett recyclen und einige Monate später nahezu 1:1 erneut hochladen, um schnellen Content zu produzieren.
Das akkurate Abbild der heutigen Gesellschaft, das sich mittlerweile dort findet, seit YouTube keine Randerscheinung für Katzenvideos und Nerds mehr ist.


Mittelteil III: Was ich gelernt habe, was irgendwie sad ist | Wenn du berufstätig bist und deine Bezugspersonen auch (oder mitten in der Endphase des Studiums), dann habt ihr fast nie wieder Zeit füreinander.
Solange du an jede Chatnachricht ein Emoji knallst, denkt jeder, es geht dir gut.
Die Gesellschaft bietet genug Nährboden für den Erfolg von Menschen, die diese Bezeichnung kaum verdienen, da keines ihrer Ziele ansatzweise human ist. Nur der Deckmantel dieser Ziele.


Mittelteil IV: Was ich gelernt habe, was geil ist | Für jeden, der dich runterzieht, gibt es jemanden, der dich den Everest hochträgt.
Man kann einfach aufhören, Zeit in die Leute zu investieren, die dich wie eine Lawine ständig wieder runterreißen. Dann geht es größtenteils aufwärts.
Auf Erwartungen anderer scheißen befreit. Man kann eh nie alle von jedem erfüllen. (Höchstens die der Leute, die dich bezahlen, sollte in der Regel beachtet werden - außer sie decken sich nicht mit deinem inneren Kompass. Dann orientiere dich um.)


Mittelteil V: Facts, die einfach nur random sind | Ich habe mir Stardew Valley gekauft, nur weil man da einen Alex daten kann.
Wenn ich „Flight of the Bumblebee“ fehlerfrei spiele, kriege ich von jemandem eine Pizza.
In meinem Kühlschrank befinden sich aktuell 10 Energydrinks.
Ich bin vor ca. einem halben Jahr umgezogen und in der Wohnung sieht es immer noch aus wie in einer Studentenbude, obwohl ich in meinem mittlerweile zweiten Vollzeitjob arbeite.
Ich kann nur wenig mit der neuen Nine-Inch-Nails-EP anfangen und das bestürzt mich.
Die meisten Charakternamen aus meinen Werken haben nur eine oder zwei Silben.
Alte Leute, die Smartphones und Tablets entdecken, sind cool und süß.


Mittelteil VI: Acids Idiotenradar | Wenn dir jemand sagt, dass er Angst hat, in echt wärst du 300% hässlicher als auf den 100 Bildern, die er bereits von dir kennt - so sehr, dass er davon täglich Albträume hat - dann ist er ein Idiot.
Wenn dir jemand sagt, dass du scheiße bist und sich dann wundert, dass du keine Herzchenaugen bekommst, dann ist er ein Idiot, der provozieren will.
Wenn dir jemand eine reinwürgen will, nur weil du nicht auf den erstbesten plumpen Anmachspruch reagierst, dann ist er - wir erkennen das Muster - ein hochgradig an Realitätsverlust leidender Idiot.
Es ist nicht meine Aufgabe, die Fantasien und Aufmerksamkeitswünsche von jedem Idioten da draußen zu bedienen. Ich darf meine Zeit schenken wem ich will und wie ich es will.
(Wenn jemandem kein Aufwand zu groß ist, um euch lachen zu sehen, dann ist das übrigens kein Idiot, sondern ein toller Mensch, den ihr zu schätzen wissen solltet. Bonuspunkte wenn er keine Albträume davon hat, dass ihr einen Makel haben könntet.)


Mittelteil VII: Vorsätze | Wohnung: restliche Möbel, eigene Waschmaschine (die im Gemeinschaftskeller ist ranzig), alle Kartons entsorgen, in jedem Zimmer MÜCKENGITTER und LAMPEN anbringen.
Fitter werden und im Zuge dessen abnehmen. 08/15-Standardvorsatz, aber deswegen nicht weniger gut oder nötig.
Graduell meine Haare aufhellen, Schneewittchen gefällt mir nicht mehr.
Nicht mehr jeden Tag Kaffee/Energydrinks, stattdessen sukzessive mehr Grüntee.
Mindestens 1x/Woche bloggen.
Mindestens 12 Bücher lesen.
Monetäre Rücklagen bilden.
Wieder mehr Freunde direkt in Hamburg finden. Wegen Rumhängen und Kino und Pubs und ach.


Fazit | Eine neue Jahreszahl muss gar nichts heißen, aber Menschen führen Neuerungen gerne ein bzw. durch, wenn es einen zeitlichen oder zahlentechnischen Aufhänger gibt. Lasst die Menschen, die dies gerne machen und denen das hilft, in Ruhe, auch wenn ihr meint, es ist Schwachsinn. Sie tun niemandem weh.


... den Laber-Post von Ende 2015 findet ihr übrigens hier (clickedy-click).

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen