Sonntag, 31. Juli 2016

Dinge, die keinen Spaß machen.

Aufwachen und denken, man hatte einen Albtraum, und dann merken - das ist der Ist-Zustand.

An fünf Tagen in der Woche den Wecker hören und nichts lieber wollen, als ihn zu ignorieren.

An fünf Tagen in der Woche aus dem Haus gehen und nichts lieber wollen, als mitten auf der Strecke abzubiegen und überall sonst hinzufahren, nur nicht zum eigentlichen Ziel.

An fünf Tagen in der Woche Stunden und Minuten zählen.

An fünf Tagen in der Woche heimkommen und mit leerem und doch viel zu vollem Kopf da sitzen, nicht mehr leistungsbereit.

Die verbleibenden zwei Tage der Woche zeitlich und mental dazu unfähig sein, all das zu tun, was man eigentlich täglich machen möchte, was man eigentlich liebt.

Sich wortwörtlich nicht leisten können, etwas zu verändern.

Nach etwas ganz Bestimmtem suchen, zwischen xyz anderen Anzeigen, es aber nie finden.

Sich fragen, ob es das jetzt gewesen ist.

Sich fragen, ob man je wieder die Kontrolle haben wird.

Kaum noch bunte, glitzernde Farbspritzer im Kopf haben, sondern dauerhaft eine mattgraue Leinwand, deren dicke Farbschichten man jedes Mal neu mit Leuchten übertünchen muss. Zunächst alle paar Tage aufs Neue. Irgendwann dann alle paar Stunden aufs Neue. Bis der Pinsel kaum noch Farbe aufnimmt, weil er so altersschwach ist.

Die verdammte Klappe nicht aufkriegen und sagen, was man eigentlich sagen will.

Jeden Tag etwas weniger wie man selbst sein.

...

Und darum gibt es heute weder etwas Lustiges noch die geschmackliche Umschreibung koffeinhaltiger Flüssigkeiten.

Ich habe zettelweise Notizen zu neuen Sorten, aber ich kann sie gerade nicht gut und humoristisch verschriftlichen. Ich habe tonnenweise Ideen für Videos und Streams, aber ich bin zu platt um sie umzusetzen. Ich habe einen Haufen toller Charaktere im Kopf und auch schon mehrere Kapitel eines Romans hier rumliegen, aber ich bin zu unfokussiert, um weiter zu plotten und zu schreiben.

Das Einzige, was gerade ganz gut klappt, ist Gedanken zur aktuellen Situation in Textfelder erbrechen wie einen riesigen Schwall aus Buchstaben.

Mea culpa.


Gifs lockern echt alles auf, oder?

Kommentare:

  1. Und jeder, der dir sagt:"Dann mach doch was anderes. Mach eine Fortbildung, lern etwas neues, bewirb dich woanders", hat so verdammt recht. Es wäre so einfach etwas zu ändern, sein Leben in einen Regenbogen zu tauchen. Und doch machen wir es nicht. Wir sind zu faul für Veränderungen, zu faul für etwas neues, etwas unbekanntes, zu faul für etwas Risiko. Lieber ertragen wir das hier und jetzt, da wir Angst haben, etwas anderes könnte noch schlimmer werden.

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    1. Ich denke mal, was einen Großteil der Menschen betrifft, hast du durchaus Recht.
      Ich wälze bereits Stellenanzeigen. Ich würde hier nicht meckern, wenn ich nicht zumindest irgendetwas versuchen würde, um die Lage auch zu ändern.
      Ganz so einfach ist das allerdings nicht. Man muss was Passendes finden, den Job auch bekommen. Und manchmal ist der eigene Lebenstraum auch einfach nicht mit anderen Dingen vereinbar. Nicht jeder hat das Glück, z.B. ein Hobby zum Beruf machen zu können, schätze ich.

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    2. Natürlich ist es nicht so einfach. Aber wie du schon sagst, es gibt Leute, die ihren "Traum" leben.

      Du hast nichts davon geschrieben, dass du nicht grundlos "meckerst", also hab ich auch nicht geschrieben, dass es nicht so einfach ist, etwas zu ändern. :)

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    3. Ach, ich hab mich nicht angegriffen gefühlt oder so :) Nur ein sehr rechtfertigendes Wording, muss ich mal ablegen :D

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  2. Ich versteh dich. Ich versteh dich komplett. Ich bin seit etwas 1,5 Jahren in der selben Situation, letzten Monat bin ich explodiert und habe meinen Dead-End Idioten Bürojob gekündigt. Kündigungsfrist läuft noch bis 15. August und dann steh ich vorerst ohne Job da. Bin schon seit gut 6 Monaten auf der Suche nach etwas anderen aber eine Jobanzeige klingt bescheuerter, stupider und uninteressanter als die andere. War das die richtige Entscheidung? Keine Ahnung. Aber zumindest verändert sich irgendwas und was kann schon passieren? Vom Amt leben und RTL gucken... hört sich mittlerweile gar nicht mehr so schlecht an.

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    1. *5*
      Ich war über ein halbes Jahr arbeitslos nach dem Studium, bis ich das hier bekommen habe. Es war eine Mischung aus "Ich fühle mich nicht wie ein produktives Mitglied der Gesellschaft, sondern wie ein scheiß Schmarotzer", und "Immerhin kann ich machen was ich will, wann ich will, und Zeit/Energie für Sport hab ich auch noch". Ich hab nie nur vor RTL gehockt, ich hab kapitelweise geschrieben und versucht, was für meinen Kanal zu machen. Nur rumhocken und ich würde auch eingehen.
      Aber täglich Stress und Überstunden und abends zu platt sein für das, worauf man eigentlich Lust hat... suckt donkey balls.

      Ich wünsch dir echt von Herzen, dass du was findest, was dich nicht unglücklich macht :) Ich habe zu viel Angst, um ohne Plan B in der Hand zu kündigen.

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    2. Danke. :)
      Hoffe das sich für dich auch bald was ergibt.

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